8.3.) Döhren und der Judenfriedhof
Um 993 wird Aedthelhard de Thurnithi als Zeuge in der oben erwähnten Urkunde genannt, dieser Namen wird Döhren das direkt an der Leine liegt zugeordnet. Thur = Tuor; nithi, später auch nede = natte, naß; Thurnithi also nasse Durchfahrt. So steht in einer Anordnung durch Steininschrift am alten Judenfriedhof Hannover Nordstadt das Wort "turbiren", womit es untersagt wurde Sand wegzufahren "DER JUDEN GRABSTADT UND SCHUTZSTEIN MIT VERWAHRUNG WEß IN KÜNFTY DIESELBE FIOLIREN ODER MIT ABFÜHRUNG DES SANDES TURBIREN WIRDT DAS DER SELBE OHH EINZIG AN SEHEN SERMO CETMO HERTZOGEN JOHANN FRIEDERICH DEN GNÄDIGSTEN LANDESFÜRSTEN IN IN SCHARFFER STRAFFE VERFALLEN SEIN SOL UHRKUNDLICH LANGENHAGEN D.11. SEPTEMB. AO. 1671 AD MANDAT UM SERMI PROPRIUM MELCHIOR ALBRECHT REICHARD." s. Foto In diesem Zusammenhang muss auch der Name der Gaststätte Mottenburg gesehen werden. Motten wurden einst künstliche Sandanhäufungen zwecks Verteidigung oder zur Schaffung eines geeigneten Baugrundes genannt. Der Name (überlieferte Schreibweise) Mißburg lautete früher: 1365 Mudzborgher; 1373 Middesborch; 1380 Muddesdeborch.

8.4.) Wege zur Zeit des Eisenabbaues
Immer wieder taucht der Begriff Dorn in der Flurbenennung auf, meistens dann wenn ein Flur durch einen Weg oder Trampelpfad geschnitten ist oder wurde. "Schwarzer Dorn" (heute "Auf dem Dorn"): Die Verwertung der Schlacke aus der Rennofen-Eisengewinnung zum Wege- oder Straßenbau hatte die Benennung Schwarzer Dorn zufolge. Heidorn, eine Flur in der Südstadt vor der in früheren Tagen nassen Bult, hier endete in der Zeit der ersten Jahrtausendwende der Heidorn (heute ein Teil des Bischofsholer Damm) eine wegen des morastigen Untergrundes gedämmte also höher gelegte Fahrstrecke zwischen dem "Bären" (Grenzübergang) und einer Lagerstation Bischofs Bernward von Hildesheim. Eine Namensparallele finden wir in den Orten Großen und Kleinen-Heidorn mit der Flur Stiefeldorn in den einst sumpfigen Gebieten des Steinhudermeeres.

8.5.) Wege und vicus
Die Entwicklung des Begriffes Tour aus dem Sprachbereich der Franken, dürfte in etwa den germanischen Wega zu wick in Brunswick entsprechen mit samt der lateinischen Variante vicus. In all diesen Benennungen steht die logistische Nutzbarkeit der Orte im Vordergrund, zahlreiche Ab-wandlungen die letztendlich auf Wege, Durchfahrten und in diesen Zusammenhang zubringen sind, unterstreichen die Bedeutung dieser Wortfamilien.