7.1.) Bären in Hannover (Mittelalter)
Mittels "steinerner Bären" (Riegel) wurden die Wasserzufuhr durch Siele geregelt, um den Stadtgraben mit der entsprechenden Wassermenge zu füllen. Der Begriff steht hier für eine Barriere gegen den ungehinderten Wasserfluss. Zahlreiche Orts-, Flur-, Straßen- oder Platzbenennungen stehen mit den Begriffen Bär bis Bere und Drumherum in Verbindung. In der Südstadt die Straßen "Große und Kleine Barlinge" die Flurbezeichnungen Ebärenkuhle, Bärenkamp und der ursprünglich Embere genannte Emmerberg sind aus dem hohen Mittelalter stammende Wortbelege, die auf Grenzsicherungsmaßnahmen hinweisen. Hier spielten der Bischofsholer Damm und Bischofshol sicher eine Rolle in Verbindung mit der auf Teilung des "Hannoverschen Eisens". Im Norden ging der Schutz des Ortes im hohen Mittelalter sicher von den gesicherten Wallanlagen der Burg aus, hier auch der sogenannte "Bähren-Hoff", ein Hof der zur Versorgung der Wachleute hat dienen können. Inwieweit Höfe zum Lehen gegeben wurden und im Gegenzug die Dienstleistung Schutz gegeben wurde, wäre sicher eine interessante Frage.
7.2.) Landwehren um Hannover
Mit der Ausweitung des hannoverschen Einflusses (Hannover wurde Stadt) war ein Ausbau der Landwehren verbunden. "In weitem Kreis war nun die Stadt noch mit Landwehren umgeben. ... Von diesen Landweherthürmen sind folgende urkundlich nach gewiesen: 1) Döhrener Thurm "dornde Landwer." 1373, 1382 und 1387 erwähnt. 2) Bischofshol, 1461, "de Nige Torn geheten des Bischuppes Holt." 3) Kirchröder Thurm, 1373 und 1487, "de Landwere to Roden." 4) Pferdethurm, 1373, "de Landwere twischen Middesborch unde Honovere." 5) "Kellers Torn." 6) "Domder Torn up den Harenbarge." 1387 erwähnt. 7) List, 1387, "de Landwer to der List." 8) "De nyge Landwere uppe Stendore Veld" 1387. 9) "De Landwer up der Nien Dele," 1391. Außerdem besaß die Stadt noch 1387 einen Bergfreden zu Seelze, "up dem Vorde to Selse und einen "Bergfreden to de Mortmole," jetzt Landwehrschenke." HARTMANN (1883) Um Harenberg und vor Seelze ergibt sich mit folgenden Punkten eine Linie: Limmer 1022 Lembere; Velber 1153-1167 Veltbere; Harenberg 1211 Horenbere; Döteberg 1126 Duidinberch; Kirchwehren 1096 Wegerden (Weg = Weg, erden = Erdwall) 1312 Wegedorne ( dorne = dornen (Straße mit einem Baum dornen); Lathwehren 1321 Latwededorn 1477 Ladtquern (quern = eine Sperre quert den Weg) Daten und historische Namen nach OHAINSKI/UDOLPH Weitere Punkte: Bei Bischofshol finden wir die Flur Bärenwinkel; Bei Limmer der Wald "Bärloh"; Hier hat der ein oder andere Punkt einen direkten Bezug zur Barriere mit Namensteilen wie bere oder bär , dass diese Sperren soweit wie möglich auf Anhöhen gelegt wurden, um einen Überblick zu haben, erklärt sich von selbst. Ich nehme an, das die Entwicklung zum Begriff Berg über Barriere beziehungsweise über dessen Vorläufer lief.