5.5.) Clevertor, Taubenfeld,
Der in der Neustadt lebende Hans Kleve soll Namensgeber des Clevertores gewesen sein. Wahrscheinlich gab es einen namentlichen Zusammenhang über seinen Beruf (so vermute ich). Weißbinder wurden auch als Clever (Kleber) bezeinet. Weißbinder produzierten aus leichtem Nadelholz oder anderem relativ schnell wachsenden Holz Dauben und banden sie mit Weiden, Seilen oder Draht oder klebten diese zusammen. Diese Fässer oder auch Kisten dienten beim Versand als Transportverpackung. Die sicher auf Verpackung angewiesenen Arbeitsbereiche lagen in der mit Stadtgraben und Wall umgebenen Stadt der Neuzeit, in der Nähe des Clevertores. Der Stapel - eine Anlegestelle zum Versenden mit den Schiff, der Postkamp heute Cinemax Kino an der Nikoleistraße, der Packhof innerhalb der Stadtmauern - heute steht da das ehemalige Maggisgebäude. Ein anderer Böttcherzweig (Büttner, Binder, Küfer, Binder u.a.m.) war der Schwarzbinder, er produzierte Dauben aus schweren Hölzern z.B. aus Eiche und faste diese mit Eisenreifen. Die Fässer der schweren Art mußten dem Gährungsdruck alkoholischer Getränke standhalten. Sie waren auch so stabil, dass sie mit der Handelsware durch Rollen direkt bewegt werden konnten. Zeitweise war das Breyhan Bier aus Hannover auf grund des guten Geschmackes ein bedeutender Marktführer, dieses wiederum hatte einen besonderen Fassbedarf zur Folge. Die Dauben für die Fässer mußten gefertigt werden, bei kaputten Fässern mußten Dauben ausgetauscht werden und das alles konnte auf dem Daubenfelde geschehen, die Flur Taubenfeld wird heute noch durch einen Straßennamen belegt.. Wenn wir uns den Vogel Taube ansehen dann fallen die Streifen an den Flügeln oder auch am Hals auf, auch die gebrauchte Daube hat ähnliche Streifen, dort wo das Eisen, Band, Draht saß, zeichneten Farbdifferenzen zur Umgebung ab. Leicht vorzustellen wo der Vogel seinen Namen herbekam (oder umgekehrt). Blochtaube (Block) oder Holztaube - hier tut sich der gleiche Zusammenhang in einer anderen Form auf. Beim Betrachten eines Daumens und der namentlichen Ähnlichkeit zur Daube wird auch hier ein Zusammenhang deutlich.
5.6.) Kleber allgemein
Ob Kleber die Bezeichnung für einen gelernten Weißbinder oder für einen angelernten oder Handlanger oder auch Spezialisten war, muss erst einmal offen bleiben. Namentlich verwandt sind die Berufsbezeichnungen im Baugewerke - der Kleiber, dieses Handwerk ist für das Verstreichen des Lehms im Fachwerk zuständig. Noch eine Menge anderer Namensbeziehungen sind hier wahr-scheinlich: Wer mit Stiefeln durch den nassen Rasen mit Klee geht, kann sich auch diesen Namen erklären. Der Lehm hieß ursprünglich auch Klei, Kleber und ähnlich; die Kleie beim Korn eine kle-bintensive Masse; der Kleiber ein Vogel scheint am Baum zu kleben, der Begriff wurde in seiner Verwendbarkeit vielschichtig eingesetzt. In der Aegdienmasch gab es einst das Gasthaus zum Kleberblatt, eine Handwerkerklause für Lehmarbeiter?; der Klewergarten am Lindener Berg in Reichweite einer Lehmkuhle hatte bestimmt nichts mit Klee zu tun, auch wenn das bisher hier und da behauptet wurde.