5.3.) Brand, Brühl, Escherkamp
Holz, das in der Danzelmarsch angelandet wurde, war außer bedeutender Grundstoff auch wichtiger Energieträger seiner Zeit. Neben dem direkten Gebrauch z.B. sieden, gerben und färben war es auch üblich Holz durch köhlern zu veredeln. Holzkohle, Holzessig, Teer, Asche (Pottasche), Ruß waren wichtige Rohstoffe der Zeit. Als Beispiel der Vielseitigkeit: "Kleinere Thiere, Fleisch u. dgl. hat man auf größere Entfernung verschickt, indem man sie in Kohlenpulver eingepackt; Bier, Milch und Wasser sichert man vor Fäulniß, indem man sie in verkohlten Gefäßen aufbewahrt oder ihnenen Kohlenstaub beimengt. Auch zum Reinigen verunreinigten Wassers wird die Holzkohle sehr vortheilhaft angewendet. ... ... Auch in der Medicin findet die sorgfältig bereitete Holzkohle Anwendung. Man wendet sie in einigen Fällen innerlich an , häufiger jedoch äußerlich zur Reinigung fauler Geschwüre, bei Kopfgrind und Hautausschlägen mit Schweinefett zusammengerieben als Kohlensalbe. Gepulverte Holzkohle ist das beste Zahnpulver, indem sie zugleich die Zähne weiß macht und den üblen Geruch aus dem Munde vertreibt." BROCKHAUS 1838 Die mittelalterliche Stadt mußte aufgrund der fachwerklichen Baustruktur besonders vor der Gefahr, die von feuerintensiven Handwerken ausgingen, geschützt werden. Der fürs Brennen ausgewiesene Platz war der Brand; Bruilone die ursprüngliche Bezeichnung für Brühl; Brui = Brand, lone für Lohnarbeiter = für Leute (ob gearbeitet oder gewohnt?); klar das am Escherkamp (von Asche) die Escherte gewohnt oder auch gearbeitet haben, auch scheint es hier auch eine räumliche Übereinstimmung mit dem ursprünglichen Brühl zu geben. "Brand, ein Ort, jetzt auf der Neustadt, 1441"; "Brühl ein Flecken oder Theil der Neustadt 1241" nach Redecker Chronik. Der Brand ist heute noch durch die Brandstraße belegt. Brühl wird nach Redecker der Neustadt (heute Calenberger Neustadt) zugeordnet. Die Feuerstellen lagen aber in beiden Fällen außerhalb der Wasser - Entnahmestellen des Ortes/Stadt Hannover, hinter Hannover oder an einem Seitenarm der Leine.