5.2.) Danzel-, Lüchten- oder Trippenmühle
Die Wassermühlen waren bedeutende Produktionsmittel des Mittelalters und spätestens seit Karl des Großen in unseren Landen bekannt. "Karl der Große (768 - 814) richtete bei seinen festen Königshöfen (curtes) Wassermühlen ein, deren Müller zum Hofgesinde zählte. Von ihm stammte auch das erste Mühlenregal." (regal = Regel) KLEEBERG Vor den Toren der Altstadt, heute Calenberger Neustadt, entstand aufgrund der vorhanden Wasserkraft und der günstigen Verbindungswege ein "Manufakturgebiet". Hier standen unter anderen die Floth (Flut)-, äußere Klick-, Brück-, Hamel-, Luchten- oder Trippen- und die Danzelmühle. Die 1351 erwähnte Danzelmühle lag am äußeren Mühlenstrang (Verbindungswasser zwischen Leine und Ihme) und wurde mit der Befestigung der Neustadt 1646 und der damit verbundenen Einebnung des Mühlwassers abgeschafft. nach: KLEEBERG Um Sägemühlen handelte es nach meinen Überlegungen bei der Danzelmühle und bei der Luchtenmühle. Der Begriff Lu(ü)chte wird bei Fachwerkhäusern Balken oder auch Erkern zugedacht und heißt Licht auch Luft, somit kann eine Kerze auch Lüchte heißen. Wenn das Balkenwerk eines Hauses steht, steht quasi ein lichtes Haus oder der Erker ist ein Lichtfänger fürs Haus. Luchtenmühle also Balkensäge. Trippen ist ein Begriff für Treppen oder auch Schuhe (insbesondere Holzschuhe). Hans Luchte, Johann Luchte, Johann Trippen oder Heinrich Trippen, Namen von Müllern, die als Namenspatrone herangezogen wurden, sind wohl eher Namensempfänger der Mühlen bzw. ihres hauptsächlichen Produktes. Die Nachnamensbindung des "Gemeinen Volkes" war noch lange nicht abgeschlossen, das dauerte in Friesland z.B. noch bis ins 19. Jahrhundert.