2.6.1.) In der Südstadt
In der Nähe der "Tiefen Riede" lag der "Hasenkamp" und ein Teil dieser Einheit in Richtung Sumpf-gebiet "Große Bult" hieß "Im Haspel". Ein Kamp ist eine leichte natürliche Anhöhe, die von seichten durch Regenwasser gebildete Senken umgeben ist. Wenn sich in diesen Vertiefungen häufig Wasser oder Restfeuchte befindet, sind das Riede. Mit einer Haspel wurde im Mittelalter aus Erzgruben das Erz in die Höhe gefördert. Mit so einer Haspel läßt sich auch ein, mit Raseneisenstein beladener, Schlickschlitten aus dem Morast ziehen. Von der "Haspel" südlich bis zum Döhrener Turm erstreckte sich die Flur "an der Poggen Wisch". Bei Berücksichtigung von Lautverschiebungen und einer nicht verbindlichen Schreibweise kann aus Poggen Packen werden. Gepochtes und gepacktes Schmer beziehungsweise Wolf gleich Luppe lagen quasi zur Aufteilung oder/ und zum Versand bereit. Wisch war ein Markt mit besonderen Privilegien für Anlieger (s.5.4). Östlich vom Döhrener Turm das kleine und große Müggenkamp, die kleinen "Plagegeister" die Mücken würde ich nicht ursächlich zur Namensgebung sehen. Die Macher, Handwerker wie schon bei der Mecklenheide, hatten hier ihren Wirkungsbereich.

2.6.2.) In der Eilenriede
Im südlichen Teil der Eilenriede sind "Eschenriede" (für Holzkohle), der "Horns Kamp" (s.2.3.), der "Schmachteberg" (Schmer) direkt am "Wolfsgraben", auf dem Raseneisenerz aus dem Bruchgebiet transportiert werden konnte, "Kopperloch" = Kupferloch, der "Schwanzhau" vielleicht ein Pochwerk oder ein Holzhau um Pochstempel zu hauen und Bischofshol. Im nördlichen Teil der Eilenriede sind "große und kleine Brandstelle", "Eschenriede", "beim Ochsenkopf (der Ochse hat seinen Namen vom Eisenring in der Nase, Kopf = Kauf) der Name läßt sich wohl auf Eisenkauf zurückführen. "Das und beim Hösemal auch hier steckt ein dialektisches Eisen mit im Wort dazu "mal" = Zermahlen des Erzes, bevor der Raseneisenstein dem Rennofenfeuer übergeben wurde, mußte er vorbereitet werden, das heißt: der Stein wurde geröstet und anschließend zerkleinert als "gemahlen". Die Flur Pinxstenloch s.u. List und Buchholz

2.6.3.) List und Buchholz:
"Der unserem heutigen Wort "Kunst" im Sinne von "Können" angemessene Begriff entspricht im Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen, Angelsächsischen und gotischen dem Wort "list"." ROTH Der Begriff wurde mit den Sieben Freien Künsten, den "septem artes liberales" gleichgesetzt. nach ROTH In der List des hohen Mittelalters hatten wohl Handwerker/Künstler ihren Arbeitsbereich und in/aus Eisen geformt und/oder gegossen. Bedeutende Städte des Mittelalter waren von diesem Ort gut zu erreichen, da wären Braunschweig; Lüneburg, Celle und andere mehr für das Kunsthandwerk ein wichtiges Mo-ment. Um das Moor und den Morast zu überqueren waren Maßnahmen von Nöten, es wurden harte Hölzer zum Befahren verlegt. Pockholz, Synonym für hartes Holz, auch die einheimische Buche ist ein Hartholz. Das mit Bocholt um 1318 erwähnte Buchholz ein Name der auf Boc den Hartholz ausgelegt zum Queren des Moores. Wermböke = Werm mit Lautverschiebung kann es ein Fern bedeuten und somit ein Bohlenweg für die Ferne. "Die Verne Kämpe", "Am Osterforth", "Varel Kämpe und Varrel Heide", "Rischkamp", "Rischwiese" und die uralte Poststraße sind weitere Belege dieser Namenszu-sammenhänge. Die Groß Buchholzer Pink(x)enburg, ein Ort wo Pinc(k)er (angelsächsisch kneifen, durchbohren, brechen) die Erzaufbereiter ansässig waren, in der Nähe dieser Burg (vielleicht Fluchtburg) in der Eilenriede die Flur Pinxstenloch (sten = Stein)