2.4.)Der Name Hannover
Es gab schon viele Deutungsversuche zum Namen Hannover. Als anerkannt und dennoch umstritten, gilt die seit dem 16. Jahrhundert in der Weltchronik des Braunschweiger Zollschreibers Hermann Bote schriftlich fixierte Auffassung vom "hohen Ufer". Die Stadt manifestiert diese Deutung im Straßennamen "Am hohen Ufer" und dem der historischen Wahrheit verpflichteten "Historischen Museum am Hohen Ufer". Zurück zur Metallgewinnung, hierfür waren Rennfeueröfen von Nöten, was den hinteren Teil des Namens erklären und ausmachen könnte. Ofen ein germanisches Wort: mhd. = oven, ahd = ovan. Der isländische Abt Nicolaus von Thverá erwähnt in seinem Reisebericht um 1150 Hanabruinborgar; mit bruin für brennen haben wir eine Parallele zum over gleich Ofen. Han, Hon; steht für Hoch, aber bei Hannover in einem anderen Zusammenhang. Honecker, Hondorf, Hahnfeld, Hühnerkamp, Wehrhahn u.s.w. sind sicherlich Ortsnamen die auf hohe oder relativ hohe Lagen beruhen. Von Nord/West bis Ost waren um den frühen Ort Hannover reichlich Moore vorhanden. In dem Bereich der heutigen Nordstadt, Hainholz, List waren Moore direkt zu erreichen, durch den Schiffsgraben noch das Altwarmbüchener-Moor. Seit alters her ist die "Brennerde" der Torf in seiner Funktion als Energiequelle bekannt. Von einem See an dem Moorpflanzen siedeln konnten, kommt es zum Flachmoor-Bildung und schließlich entwickelt es sich zum Hochmoor, bei dem die Pflanzenkörper "Berge" von 2-3m und mehr aufbauen können. Diese Entwicklung dauert Jahrhunderte, die Pflanzen im Inneren werden zusammen gepresst und immer dunkler, der Brennwert steigt. Alles in allem war das Interesse an Torf aus dem Hohen (Hochmoor) größer, als aus dem Niedermoor mit seinem hellen, humusartigen Torf. Das Hon später Han in Hannover kommt also von der Torfverbrennung. Zahlreiche Familiennamen lassen auf einen beruflichen Bezug zum Torf schließen. Hier eine Auswahl bei denen der hon-bezogene Namensteil gegen Torf getauscht werden könnte: Brathuhn, Breyhan, Broihan, Feuerhahn, Griephan, Hanebütt, Hanekopf, Hanewacker, Haushahn, Hünermund, Kokhan, Nathan, Pickhahn, Speckhan, Stechhan, Steghahn, Sturhan, Trephan, Urhan, Schwarzhahn. Die unterschiedlichen Verbindungen können Torfabbau, -verkauf oder -qualität bedeuten. Broi, Brat, Brey - Brennen; bütt - Bütteln; Nat - naß; mund - Abbaurecht; Griep, Pick, Steck, Stech - Stechen; kopf - Kaufmann; Stur - Störer, von Haustür zu Haustür gehen, wegen Kauf oder Verkauf; Trep - Abbauform; Schwarz - Qualität. Der Schiffsgraben wird immer wieder mit dem Torfhandel in Verbindung gebracht, als Torflager war eine Scheune bei Lahe ausgewiesen, auch dem Warmbüchen-Kamp wurde diese Funktion zugedacht. Ich bin überzeugt, dass der Hanebuths Block (Eilenriede gegenüber vom Zoo) auch in diesen Zusammenhang gesehen werden muß. Das der Massenmörder dieser Gegend, aus der Zeit des 17. Jahrhundert, hier sehr gerne auf einen Baumblock gesessen haben soll, und damit für diesen Namen verantwortlich war, möchte ich anzweifeln. Die Hahnenstraße in Hannovers Nordstadt, deutet eine torfbezogene Vergangenheit an. Hier gab es einst eine Gaststätte "Der Schwarze Hahn", diese wurde vielleicht von einem Torfstecher/händler bewirtet. Schwarzer Han ist die beste Qualität dieses Produktes, je dunkler der Torf desto besser. Raseneisenerz wurde immer wieder mit Torf oder Torfkohle ausgeschmolzen. Zur Eisenhütte in Augustfehen (Ostfriesland) "In diesem Moor gräbt sich von Süden her die Kolonie Augustfehen, deren großes Eisenwerk uns interessiert. Heimisches Raseneisenerz wollte man dort mit heimischen Torf schmelzen." TACKE/LEHMANN