2.3.) Hannoversches Eisen
In mittelalterlichen Hamburger Zollrollen ist dokumentarisch vom "Hannoverschen Eisen" die Rede. Mit einem Brief Ende des 13. Jahrhundert verpflichten sich drei Celler Ratsherrn keine Lebensmittel an die Waldschmieden zwischen Hannover und Celle zuliefern bis die Schulden in Hannover bezahlt sind. nach KEMPF-OLDENBURG Diese namentliche Benennung Hannovers deutet einen direkten Bezug zur Eisengewinnung an. In der mittelalterlichen Stadt gab es ferner die Straßen: "Großes und Kleines Wolfshorn"; heute: "Große und Kleine Packhofstraße". Aus dem Raseneisenerz wurde in tönernen Röhren von ca. 1 m Höhe und 0,5 m Durchmesser, den sogenannten Rennfeueröfen mit Holz oder Holzkohle (s.2.4. und 5.3.),das Eisen herausgeschmolzen, dieser Schmer wurde im lateinischen Luppe oder Lupe genannt, das bedeutet ins Deutsche übersetzt auch Wolf. Wolf und Luppe waren gängige Begriffe für das auf diesem Wege erzeugte Roheisen. Im Schmelzbrand waren hohe Temperaturen von Nöten, auch war die Luppe sauberer, wenn eine größere Hitze erzeugt werden konnte. Dies versuchte man mit der Zufuhr von zusätzlichem Sauerstoff zu erreichen, es wurden Trichter (Hörner) zum Auffangen der Luft (Wind) vor die Rennfeueröfen gebaut. Im Bereich der Wolfshorn-Straßen lag der sogenannte Schmeerjohannes Hof (Schmer = Eisenausschmelze), sowie die Gropengeterstraße; Gropen sind große aus Eisen gegossene, mit drei Füßen versehene Töpfe. Die Gießformen (geter = Gießer) für diese Töpfe werden in Gruben (Gropen = Gruben) angelegt. Auch die hannoversche Schmiedestraße weist auf ein eisenbezogenes Handwerk hin.