1) Auen- und Moorlandschaft



1.1) Biber im Landschaftsbild um Hannover

Ohne Zweifel haben in unserer Gegend früher Biber gelebt. Diese Landschaft mit ihren kleinen Flüssen wie z.B. Leine, Innerste, Ihme, Fösse und den vielen Rieden, haben diesen Nagetieren sicherlich zahlreich Heimat bieten können. Dieser naturbezogene Baumeister ist in der Lage Burgen mit weitverzweigten Labyrinthen, unterirdischen Gängen und Höhlen, Staudämmen und Kanälen für den Transport von Baumaterial und Nahrung zu bauen. Der Biber kann Bäche und Flüsse mit Tatkraft und Übersicht für seine Bedürfnisse gestalten und somit die ökologischen Bedingungen nach seinen Interessen verändern. Wurde ein Wasserarm angestaut entstand ein kleiner See. Es konnte sich auch die Fließrichtung des Flusses verändern, wenn das Wasser eine niedrigere Stelle als den Damm zum weiterfließen fand. Als Beispiel seien einige der zu mindestens ursprünglich feuchten Landstriche in und um Hannover genannt: Bult, Eilenriede, Röhenbruch, Roderbruch, Johannisbruch, Misburger Moor, Altwarmbüchener Moor und auch die Straße in der Nordstadt "Im Moore" erinnert an die Flur Moorgarten. Die von den Bibern angestauten Gewässer flossen auf Grund der Oberfläche relativ langsam, es konnte ein Pflanzenbewuchs stattfinden, und die Seen versandeten oder wurden zu Moor. Das fast jährlich wiederkehrende durch Regen oder Schneeschmelze ausgelöste Hochwasser z. B. der Ihme (mit den Leinewasser) hinterläßt noch immer einige Zentimeter Schlick auf den heute dort liegenden Rad/Fußwegen. Wollte der Mensch die vom Biber oder auch auf natürlicher Weise abgesperrten "Seen" aufheben, musste er die Hindernisse aufbrechen. Für die so entstandenen Brüche traf sicherlich die gängige Beschreibung sumpfiges Gelände mit Sträuchern und Büschen auch zu.