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Hafen
Der Begriff Hafen beinhaltet meines Erachtens, daß das Verladegut mittels eines Krans verladen werden konnte. Hafen = heben , hieven; Namensverwandt: das Getreide Hafer es "hebt" seine Körner an Rispen in die Luft. Auch das Anhaften der Keramiker des Mittelalter findet sich im Namen der Hafner wieder.

Hafer s. Hafen
Die Haferpflanze "hievt" ihre Früchte, das Korn an Fa-sern in die Luft.

Hafner s.Hafen
Haftet z.B. Griffe aus Ton an seine Produkte.

Hahnbrei
(zum Verständnis von, Han, Hon s.a.)
"HAHNBREI, m., auf den blechhämmern ein brei, welcher aus wasser, lehm und kohlenstaub besteht und worein die bleche getaucht wurden, damit sie unter dem schmieden nicht zusammen schweiszen. ADEI-UNG" GRIMM. Hier wird ein Material beschrieben, das vermuten läßt, dass es auch statt Torf genutzt werden konnte.

Hainholz
Der Bauer brauchte für seine Bedürfnisse einen lichten Hude-, Busch-, Niederwald um Futterlaub, Streu oder Brennholz zu sammeln und Tiere einzutreiben. Für den Bau z.B. von Häuser, Mühlen, Wehranlagen und Schif-fen wurden große Balken und zum Teil spezial ge-wachsene Formstücke gebraucht. Hierfür wurde ein Waldstück ausgewiesen, auf dem das Holz in die Höhe (hain = hoch) wachsen konnte. Im diesem Sinne war den Bauern das Holz (der Wald) vielleicht heilig.

Han,Hon
Han, Hon = Für Torf ein einst gebräuchlicher Begriff. Der Torf zum Brennen wurde insbesondere im Hoch-moor gewonnen. Diese Fundorte konnten 2-3 m über dem Landschaftsspiegel liegen (somit hon = aus dem Hohen holen). Der Begriff Torf wurde früher mit den Begriffen Rasen, Scholle belegt; während zum Brenn-stoff Torf z.B. auch Brennerde gesagt wurde. Schon im Stadtrecht der Stadt Hannover aus dem 13. Jh. wird das Recht der Bürger auf "torf steken unde graven" erwähnt. Hanebuth = nach Torf buddelnde Familien; Broihan = Broi für brennen also Brenntorf; Feuerhahn = nament-lich vergleichbar mit Feuerholz; Hahn, Hahnekopp kop.für Kaufmann; Honebic = bic für picken gleich schlagen; Griephan o. Griefahn = Griep gleich graben; Stech(k)han = Torfstecher u.a.m. Eine Verbindungen mit der Höhen ist auch möglich, wie in Honacker, Hahnberg auch Haister u.a.m.

 

Hand
Bekannte Abwandlungen des Begriffes: neueren Datums Handy, Hantel; Begriffe die ihren Ursprung in der vergangenen Zeit haben. Hund (s. Welpe) das domestizierte zur Hand gehende Raubtier
Hund ein kleiner Handwagen.
Hunt ein Flächenmaß von ¼ der Größe eines Morgens, hier mußte wohl das Land mit der Hand bearbeitet werden, da es ungünstig zu erreichen war oder von ungünstiger Struktur.

Handelsweg
"3. Jahrh.: Der schon dem griechischen Geographen Ptolemäus bekannte Handelsweg von der Elb- zur Mainmündung quert beim heutigen Hannover die Lei-ne" HAMM 2
"530: Der "Hellweg up den Santforde", ein uralter Weg wird von den gegen die Thüringer ziehenden Franken benutzt. Er führt vom Rheine über Osnabrück, Herford, Minden, den Höhenrücken Sandfurth (Name!), Bückeburg, Kl. Nenndorf, Golten, Leveste, Gehrden, Ron-nenberg, Pattensen, Sarstedt über Ohrum a. d. Oker nach Osten." HAMM 2 "
1002: Auf einer Brücke bei Lede kreuzt die "Paderborner Heerstraße" (Hildesheim - Paderborn) die Leine beim heutigen Gronau." HAMM 2
" 1316: - Die " via regia" führt von Minden über Cop-penbrügge, Poppenburg nach Hildesheim und Magdeburg" HAMM 2

Hannoversches Eisen
"Hannoversches Eisen" war ein schon um 1300 in einer Hamburger Zollrecht erwähnter Handelsartikel, der in den Waldschmieden zwischen Hannover und Celle verarbeitet wurde.

Hasen, Hasenkamp
Die Hasen können ihren Namen ihren rostigbraunen Fell zu verdanken haben (s. Eisen). Der Hasenkamp ein Flurstück an der großen Bult, ein Teil dieses Kamps hieß "im Haspel". Das Raseneisenerz mit der Haspel (s. 2.6.1.) auf einen Schlickschlitten aus der großen Bult gezogen wurde auf Eisenkamp (Hasenkamp) gelagert. Der gleiche Zusammenhang ergibt sich in Leinenhausen, Haspelkamp und in direkter Nachbarschaft der Hasenberg.

Haspel, Haspelfeld, Haspelkamp
Eine Vorrichtung mit der man z.B. Körbe oder Schlitten aus der Kuhle oder der schrägen Ebene herbeiziehen konnte. Im Haspel, auch Haspelfeld genannt (s. 2.6.1) ein Flurstück an der großen Bult. Haspelkamp eine Flur in Leinenhausen

Heidorn
Der Name Heidorn geht auf höher gelegte Wege, Straßen in feuchten Landen, auch Dämme genannt, zurück. Beispiele: Großenheidorn und Klein Heidorn am Steinhuder Meer; die Flur Heidorn in der Südstadt bezeichnete früher die Wegstrecke Emmerberg nach Bischhofshol den Bischhofsholer Damm.

Hellweg
Vorkaroling. Heerstraße (via regia Königsstraße) von Rhein, Ruhr, Lippe, Harz nach Magdeburg.

Herd s. Ofen
Der Begriff Herd hat sich sicherlich aus dem Begriff Erde entwickelt.

Herde
Herde = Erde (in Sinne von freies Land) = frei für die Herde

Herdgeld
Arngeld, Herdsteuer, Rauchfanggeld (u.a. Begriffe) wa-ren im Mittelalter übliche Steuern für "jeden der eigenen Rauch hatte".

Hon s. Han

Hühner, Hühnerkamp
Hühnerkamp war einst eine Flurbezeichnung an der großen Bult. Hühner = Hohen, die ursprünglichen Hühnervögel waren bestimmt nicht so schwere Tier wie die heutigen Zuchten. Das Gefieder saß wohl häufig auf Bäumen, ein Hahn der auf einen Misthaufen kräht ist ein klischeehaftes aber geläufiges Bild.

Hund s. Hand

Hunt
Hunt das Flächenmaß hat ¼ der Größe eines Morgens, 1 Morgen war die angenommene Tagesleistung eines Bauern und landschaftlich unterschiedlich groß (s. Hand)