B

back

back = hinten, Rückseite; Wurde in der Landschaft gesiedelt, mußten die Menschen sich am Wasser orientieren. Also: erst Wasser (= Bach, Beke), dann das Haus, davor die Einfahrt, die damit vorne lag. Das Backen fand im hinteren Teil des Wohn- und Arbeitskomplexes statt.

Bann

Banngewalt, Bannrecht die Obrigkeit hatte die Möglichkeit monopolisierende Gewalt auszuüben z.B. Mühlenbann, Bierbann oder Gewerkeverbot in der Bann-meile.

bar
1) "bar stf. die blösse" LEXERS Im Mauerwerk einer mit-telalterlichen Befestigungsanlage war der Durchgang (der bâr) eine Blösse. 2) "bar stm. sohn; mann, freier mann (mlat. barus, baro) LEXEMS 3) Die Entwicklung des Wortes bar wird auf den Wege-zoll, der an Ortsbarriere zu entrichten war zurückzuführen sein..

bär im Familienname

Familiennamen wie z.B.: Baar, Bähre, Baring, Behrin-ger, Bartels, Beerbaum, Berwart, Parschalk in den unterschiedlichsten Schreibweisen sind Hinweise auf den im Mittelalter häufig vorkommenden Beruf der Grenz- und Zollsteher. Eine den Wachdienst begleitende Waffe war sicherlich die Hellebarde.

bar, bâr
"bar, bâr stf. Balken, schrank bes. querbalken im wappen; sunder bar, ohne beschränkung, unaufhörlich, unverzüglich. LEXERS

Barbakane

"Barbakane = Barbibane, von den Kreuzfahrern geprägte Bezeichnung für ein hofartiges, von einem Wehrgang umzogenes Außenwerk zum Schutze eines Tores." PIEPER

barbarisch
"barbar(i)sch Adj. stark, tüchtig, reichlich (in anerkennenden Sinne)." LUDEWIG

Bären
In einer antipäpstlichen Kampfschrift aus dem Jahr 1523, bestehend aus 30 symbolischen Holzschnitten, kommen Bären in 3 Bildern vor: 1/30 der Papst hütet statt seiner Lämmer, Bären (Synonym für Ländereien); 16/30 der Papst verzichtet auf die Verbreitung der Bibelwortes (zugeklapptes Buch) und umgibt sich mit Bä-ren (Landwehrer). 22/30 Eine Bärenmutter mit Jungen (Landeskinder) greift den Papst an.
Bilder aus SACHS

Bärenhaut, Bartels, Berserker (Sprüche)
"Auf der faulen Bärenhaut liegen." Der Dienst an der Bere (Übergang o. Landwehr) wird sehr langweilig und abwechslungsarm gewesen sein. "Wo der Bartels sei-nen Most holt." Unterstellt die materielle Vorteilnahme der Zöllner. "Berserkerwut" (serkr, serge = mhd. Woll-stoff mit Leinen oder Seide gemischt) Bezieht sich sicher auf die Machtdemonstration eines Uniformträgers.

Bargilden

Wandlung des Begriffes von Wehrgeld zum Bargeld? "Bargilden, f. Bauerngelden, Bauerngelden (Bargilden, Bergilden, Biergilden) in der fränkischen Zeit und im Mittelalter diejenigen freien Grundbesitzer, welche von ihrem Grund Abgaben zu entrichten hatten." MEIERS

Baron
Barone und Grafen sind kleine mit Hoheitsrechten ausgestattete Landherren. Bar für Grenze, Grafen für Graben.

Barschalken

"Barschalken, Abgabe leistende Knechte, im frühen MA ständische Schicht des bairisch/ostmärk. Raumes, Zinspflichtige mit Erbbesitz." SCHOMBURG

Barsenmeister

Barsenmeister, unter Tonnenlegen im GRIMM
"der mit den tonnenlegen beschaftigte barsenmeister"; "Bar-se, Fahrzeug zum Tonnenauslegen auf der Weser"

Bart

"Bart, Teil des Harnisch zum Schutz von Hals und Kinn, auf die Harnischbrust geschraubt oder genietet, als Aufsatzstück für den Helm." PIEPER

Beerbaum

Mit Beerbaum muß nicht der Birnenbaum gemeint sein, es kann auch der Grenzschlagbaum gemeint sein.

Beeren
Knicke, Landwehren, Verhaue die Bere also, bestan-den aus schlecht zu durchdringenden Sträuchern, dem Beerengeholz mit seinen unangenehmen Stacheln.

Bere
bere = Begrenzung einer wirtschaftlichen Einheit durch Landwehren mit entsprechenden Kontrollpunkten (Übergänge) des Mittelalter und früher. Embere (Emmerberg), Veltbere (Velber), Lembere (Limmer), Horenbere (Harenberg), Ortsbere (s.d.) sind hierfür Beispiele (s. 7.2.).

Biber
Der auch Meister Bockert (s.Bock) genannte Biber war im Mittelalter wegen seines Sekrets dem Bibergail, welches als Potenzmittel genutzt wurde, ein viel gejagtes Tier. Der Biber ist das größte lebende Nagetier, wegen seiner Lebensweise verbunden mit seinen schuppenartigen Schwanz wurde er zum Fisch erklärt und durfte somit in der Fastenzeit verspeist werden. "1819 - Der letzte Biber Niedersachsens wird bei Dömitz a. d. Elbe getötet." HAMM 2 (s. unten und 1.1.)

Biber um Hannover
In unser Landschaft hat es bevor der zuerst hier wir-kende Mensch (ob Siedler oder Trapper und Metallsucher) eingedrungen ist, auf jeden Fall bedeutende Bi-bervorkommen gegeben. Diese Tiere haben die Angewohnheit die Landschaft nach den eigen Bedürfnissen zu gestalten. Sie bauten Dämme von beträchtlichen Ausmaß, setzten so die Gegend unter Wasser und veränderten die Daseinsbedingungen. Das durch Regen oder Schneeschmelze freigesetzte Wasser aus dem Weserbergland, Harz und den Eichsfeld befördert Mengen an Schlamm die mit dem Eisenhydoxid versetzt waren. Das Wasser, das durch die Biberdämme eine bedeutend größere Oberfläche besaß, floß aufgrund der Wassermenge langsamer als die Eisenpartikel und der Schlamm konnten sich setzen. Es bildete sich der Raseneisenstein (Sumpferz, Brauneisen).

Biergeld
Bierproduktion war ein landesherrliches Zuweisungsprivileg, im städt. Bereich wurde das Recht zu Brauen mit einer Steuer belegt.

billig
billig = ahd. Recht (recht und billig)

Birke
Die auffällige Weißfärbung der Birkenrinde läßt einen Einsatz als Schlagbaum also Barrierenbaum zu.

Birne
Wenn ich mir eine mittelalterliche geöffnete Schlagbaumsperre mit einen dahinter stehenden Grenzer vorstelle so ergibt das Bild in der Silhouette eine Birne (Stange, Kopf, Körper). Ein eindeutiger Bezug zum Beerbaum, also Barrierenbaum.

Bock
Bock = Buche = Brücke = Pock = (hartes) Holz; Pock-holz auch Pochholz für Pochwerke die im Mittelalter Erze zerkleinerten; der Bock ein "Holz" auf dem Kopf tragendes männliches Tier; Meister Bockert der Holz bearbeitende Biber, hartes Holz zum Überbrücken, Buchholz (2.6.3.)

Brennerde
Brennerde ist eine mittelalterliche Benennung von Torf

Brink
Die Brinke sind Kampe an Rande des ursprünglichen Dorfes. Der Name Brink beinhaltet bringen, eine Zwi-schenstation zwischen Dorf und Acker (z.B. Mittags-versorgung) . Die Brinksitzer, Brinkmänner sind Nach-siedler ob Nachkommen oder Zuwanderer.
bringen = Brink; holen = Holz; touren = Torf; senden = Sand.

Büttel

Fronbote, Gerichtsdiener stand im Dienste des Königs (Sachsenspiegel). Der König oder Landesherr konnte Rechtesprivilegien, wie Erdarbeiten zum Hausbau, Landgräben (-wehren) oder auch zur Rohstoffgewinnung verleihen. Die vielen Büttelorte vor allen Dingen um Braunschweig dürften auf das Bergen von Rohstof-fen zurückzuführen sein. Die damals verwaltenden Be-amten könnten diesen Umstand ihren später verächt-lich gemachten Namen zu verdanken haben.